Phthalsäureester
Phthalsäureester (Phthalate) sind Ester der Phthalsäure (= 1,2-Benzoldicarbonsäure) mit verschiedenen Alkoholen. Der überwiegende Teil der industriell in großen Mengen erzeugten Phthalate wird als Weichmacher für Kunststoffe (hauptsächlich bei Produkten aus PVC und bestimmte thermoplastische Elastomere). Aufgrund der globalen Verbreitung von Plastik im Allgemeinen sind auch Weichmacher mit ihren diversen Gesundheitsgefahren weltweit in der Umwelt verbreitet
Im Jahr 2010 wurde der Markt noch von Weichmachern auf Phthalat-Basis dominiert, gesetzliche Bestimmungen und steigendes Umweltbewusstsein erzwingen jedoch immer öfter den Einsatz phthalatfreier Weichmacher. Etwa ein Dutzend Phthalsäureester stehen auf der Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe der ECHA (SVHC-Liste, Stand 2024).[1]
Liste der Phthalate
Diisononylphthalat (DINP)
R1, R2=C9H19
Verwendung: Weichmacher (95 %: PVC, Rest: Gummi, Farben, Klebstoffe, Lacke, Dichtmittel und Lösungsmittel)
| CAS | R1, R2 |
|---|---|
| 28553-12-0 | >50 % alkylsubstituiertes Iso-Nonyl-, aber auch Iso-Octyl- und Iso-Decyl-Reste |
| 68515-48-0 | nur Isomere von Dimethylheptanol |
Der Stoff wird als ungefährlich eingestuft, unterliegt allerdings EU-Restriktionen für Spielzeug und Babyartikeln [Anlage 1] und ist laut Bedarfsgegenständeverordnung Anlage 1 verboten.[Anlage 2]
Einzelnachweise
- ↑ Phthalsäureester https://de.wikipedia.org/wiki/Phthals%C3%A4ureester (abgerufen am 22.07.2024)
- ↑ Diisononylphthalat https://de.wikipedia.org/wiki/Diisononylphthalat (abgerufen am 22.07.2024)
Anlagen
- ↑ ANNEX XVII TO REACH – Conditions of restriction https://echa.europa.eu/documents/10162/0923c10f-5495-16ee-5c0f-dd3613fbde6d (abgerufen am 22.07.2024)
- ↑ Bedarfsgegenständeverordnung Anlage 1 https://www.gesetze-im-internet.de/bedggstv/anlage_1.html (abgerufen am 22.07.2024)